PT
Pesquisar
Voltar para artigos

Der Wal-Korridor von Sesimbra: eine „Autobahn“ für Wale

Der Wal-Korridor von Sesimbra: eine „Autobahn“ für Wale

Die Küste von Sesimbra ist ein ökologischer Migrationskorridor im Herzen des Atlantischen Ozeans, der verschiedenen Walarten als natürliche „Autobahn“ dient.

Gibt es Wale in Sesimbra?

Ja, große Wale wie der Finwal (Balaenoptera physalus) nutzen diese Gewässer auf ihren Wanderrouten zwischen den Nahrungsgründen im Nordatlantik (Grönland/Island) und wärmeren Gewässern wie der Straße von Gibraltar, Madeira und den Kapverden.

Aufgrund einer stetigen Zunahme der Sichtungen dieser großen Wale in diesem Gebiet während eines Großteils des Jahres hat Bolhas Tours diesen Ort als Migrationskorridor identifiziert: den Sesimbra-Walkorridor. Hier haben wir die höchste Anzahl an Walsichtungen verzeichnet, insbesondere von Finnwalen und Brydewalen.

Hier und im Mai war der Finnwal mit vier Sichtungen erneut die am häufigsten beobachtete Art, und die Sichtung mit der größten Anzahl an Individuen erfolgte am 20. April – eine Gruppe von vier Finnwalen.

Warum gibt es Wale in Sesimbra?

Die erste Erwähnung der Anwesenheit dieser Wale geht auf das 13. Jahrhundert (1274) zurück, in einem Dokument, das sich auf die Steuern bezieht, die die Krone von den Fischern in Sesimbra und Sines für den Fang von Walen und Delfinen erheben sollte.

Die anhaltende historische Präsenz dieser Wale ist eng mit den geologischen und ozeanografischen Eigenschaften der Region verbunden.

Die Nähe des Setúbal-Unterwassercanyons, der sich nach Nordwesten erstreckt, in Verbindung mit dem Einfluss der Strömungen aus der Mündung des Flusses Sado und, weiter nördlich, des Tejo, schafft Gebiete mit hoher mariner Produktivität.

Aus geologischer Sicht ist der Setúbal-Canyon ein tiefes Unterwassertal, das sich über Millionen von Jahren durch eine Kombination aus drei Prozessen gebildet hat: alte Flusserosion (als der Meeresspiegel noch niedriger war), Trübungsströme (schnelles Absinken von Sedimentströmen entlang des Meeresbodens) und natürliche tektonische Dynamik, die auf der eurasischen Platte so vorherrschend ist, insbesondere in diesem Gebiet, wo sie auf die afrikanische Platte trifft.

Die Morphologie des Kalksteinmassivs der Arrábida-Bergkette schützt diese Küste vor Winden und Wellen aus Norden und Nordwesten.

Dieser natürliche Schutz kommt großen Walen zugute, indem er Folgendes gewährleistet:

  • Bessere Energieeinsparung – weniger Kraftaufwand beim Schwimmen und Ausruhen
  • Effektivere Kommunikation und Echoortung – aufgrund reduzierter Unterwassergeräusche
  • Leichtere Nahrungsbeschaffung – was eine effizientere Jagd ermöglicht.

Als Lebensraum spielt der Setúbal-Canyon eine wesentliche Rolle im marinen Ökosystem, indem er das Phänomen des Upwellings (das Aufsteigen von Nährstoffen vom Meeresboden) fördert, was wiederum die Wasserproduktivität erhöht und ideale Bedingungen für die Entwicklung einer großen Vielfalt an Meereslebewesen schafft.

Diese erhöhte Nahrungsverfügbarkeit, die eng mit der einzigartigen Geologie verbunden ist, verwandelt die Region Sesimbra in einen wahren „Hotspot“ der Artenvielfalt und zieht Wale und Delfine an, die diese Gebiete während ihrer Wanderungen oder saisonalen Bewegungen zur Nahrungssuche aufsuchen.

Wie beteiligen wir uns am Naturschutz?

Tägliche Aufzeichnungen dieser Beobachtungen werden von Biologen gesammelt und anschließend im Rahmen eines mit Bolhas Tours (2026) vereinbarten Protokolls an Einrichtungen wie das ICNF (Institut für Naturschutz und Wälder) und das Walmuseum (Insel Madeira) weitergeleitet sowie an verschiedene Universitätsforscher, die sich der Erforschung und dem Schutz verschiedener Walarten in diesem Gebiet des Nordatlantiks widmen und uns auf vielen unserer Expeditionen begleiten.

Die wissenschaftliche Bedeutung dieses ökologischen Korridors unterstreicht, wie wichtig es ist, dieses einzigartige marine Erbe in Portugal und Europa weiterhin zu überwachen, zu erforschen und zu schützen.

Die von Bolhas Tours angebotenen Delfin- und Walbeobachtungstouren ermöglichen eine ständige Präsenz und Überwachung des Ozeans, insbesondere im Wal-Korridor von Sesimbra, wodurch der Meerestourismus zu einem wirklich aktiven Instrument wird, um das wissenschaftliche Wissen über die Küste von Sesimbra zu erweitern und so den Artenschutz zu unterstützen.

Categorias